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Abrechnung erhalten: 5 Schritte, die du jetzt tun solltest

Nebenkostenabrechnung im Briefkasten? Mit dieser 5-Schritte-Checkliste prüfst du in 10 Minuten, ob alles stimmt – oder ob du widersprechen solltest.

HT
HeizkostenChecker Team
7 Min. Lesezeit

Ein Umschlag vom Vermieter. Du weißt sofort, was drin ist: die Nebenkostenabrechnung. Dein Magen zieht sich zusammen, bevor du überhaupt aufgerissen hast.

Entspann dich. Dieser Moment ist für Millionen Mieter jedes Jahr gleich – und die meisten machen danach einen entscheidenden Fehler: Sie zahlen sofort oder ignorieren das Ding komplett.

Beides ist falsch. Nimm dir stattdessen zehn Minuten. Mit dieser 5-Schritte-Checkliste weißt du danach genau, ob deine Abrechnung in Ordnung ist – oder ob du handeln solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • 50% aller Abrechnungen enthalten Fehler – Prüfen lohnt sich
  • 5 Schritte reichen für eine erste Einschätzung
  • 12 Monate Widerspruchsfrist – aber nicht zu lange warten
  • Zahlung trotzdem fällig innerhalb von 30 Tagen
  • Bei Unsicherheit: Kostenloser Schnellcheck zeigt dir das Einsparpotenzial

Schritt 1: Ist die Abrechnung überhaupt gültig?

Bevor du auch nur eine Zahl anschaust: Prüfe, ob die Abrechnung formell korrekt ist. Denn wenn nicht, musst du Nachzahlungen möglicherweise gar nicht leisten.

Die Frist-Prüfung

Dein Vermieter hat nach Ende des Abrechnungszeitraums genau 12 Monate Zeit, dir die Abrechnung zuzustellen. Verpasst er diese Frist, verfällt sein Anspruch auf Nachzahlungen.

So prüfst du:

  1. Schau auf den Abrechnungszeitraum (z.B. "01.01.2024 – 31.12.2024")
  2. Addiere 12 Monate zum Enddatum (→ 31.12.2025)
  3. Vergleiche mit dem Datum, an dem du die Abrechnung erhalten hast

Beispiel: Abrechnungszeitraum endet am 31.12.2024. Du erhältst die Abrechnung am 15.01.2026. Das ist zu spät – eine verspätete Abrechnung befreit dich von der Nachzahlungspflicht.

Formelle Mindestanforderungen

Eine gültige Abrechnung muss enthalten:

  • Abrechnungszeitraum (exakt 12 Monate)
  • Gesamtkosten je Kostenart
  • Verteilerschlüssel (Wohnfläche, Verbrauch, Personenzahl)
  • Berechnung deines Anteils
  • Abzug deiner Vorauszahlungen
  • Ergebnis (Nachzahlung oder Guthaben)

Fehlt einer dieser Punkte? Dann ist die Abrechnung formal unwirksam.


Schritt 2: Stimmen die Grunddaten?

Jetzt geht's an die Zahlen. Aber nicht alle – nur die Grunddaten, die sich durch die ganze Abrechnung ziehen.

Wohnfläche prüfen

Such die angegebene Wohnfläche in deiner Abrechnung. Vergleiche sie mit deinem Mietvertrag.

AbweichungBewertung
Bis 3%Normal (Messtoleranz)
3-10%Auffällig – nachfragen
Über 10%Fehler – Korrektur verlangen

Warum das wichtig ist: Bei den meisten Positionen wird nach Wohnfläche verteilt. Ist deine Fläche zu hoch angegeben, zahlst du bei jeder Position zu viel.

Personenzahl checken

Bei manchen Positionen (Wasser, Müll) wird nach Personenzahl verteilt. Stimmt die Anzahl in deiner Wohnung?

Abrechnungszeitraum

Schließt der neue Zeitraum nahtlos an den alten an? Gibt es Lücken oder Überschneidungen? Beides ist nicht erlaubt.


Schritt 3: Vergleich mit dem Vorjahr

Jetzt wird's interessant. Hol die Vorjahresabrechnung raus und leg sie daneben.

Gesamtkosten vergleichen

PositionVorjahrDieses JahrDifferenzAuffällig?
Heizung%>25% = prüfen
Wasser%>15% = prüfen
Hausmeister%>10% = prüfen
...

Faustregel: Steigerungen über 25% bei Heizkosten und über 15% bei anderen Positionen solltest du hinterfragen. Das heißt nicht, dass ein Fehler vorliegt – aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Dein Verbrauch vs. Gesamtverbrauch

Bei Heizkosten: Ist dein Anteil am Gesamtverbrauch plausibel? Wenn du 60 m² von 600 m² Gesamtfläche hast, sollte dein Verbrauchsanteil irgendwo bei 10% liegen – nicht bei 25%.


Praxisbeispiel: So hat Lisa 280€ gespart

Lisa aus Hamburg erhielt ihre Abrechnung mit 520€ Nachzahlung. Im Vorjahr waren es nur 180€.

Was Lisa prüfte:

Sie ging die 5 Schritte durch. Bei Schritt 2 fiel ihr auf: Die Wohnfläche war mit 68 m² angegeben, im Mietvertrag standen aber nur 62 m². Bei Schritt 3 sah sie, dass die Hausmeisterkosten um 40% gestiegen waren.

Was Lisa tat:

Sie forderte schriftlich Korrektur der Wohnfläche und Belegeinsicht für die Hausmeisterkosten. Es stellte sich heraus: Der Hausmeister hatte Reparaturen durchgeführt, die als "Wartung" deklariert waren.

Das Ergebnis:

Die korrigierte Abrechnung zeigte nur noch 240€ Nachzahlung. Lisas Ersparnis: 280€.


Schritt 4: Sind alle Kosten umlagefähig?

Nicht alles, was dein Vermieter abrechnet, darf er auch auf dich umlegen. Die Betriebskostenverordnung regelt genau, was erlaubt ist.

Das darf abgerechnet werden

  • Heizkosten (Brennstoff, Wartung, Betriebsstrom)
  • Warmwasser
  • Kaltwasser und Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Hausmeister (nur bestimmte Tätigkeiten)
  • Gartenpflege
  • Gebäudereinigung
  • Versicherungen
  • Grundsteuer

Das darf NICHT abgerechnet werden

PositionWarum nicht umlagefähig
ReparaturenInstandhaltungspflicht des Vermieters
VerwaltungskostenNicht in der BetrKV enthalten
LeerstandskostenVermieterrisiko
NeuanschaffungenKeine laufenden Kosten
RechtsschutzversicherungNur Gebäudeversicherung erlaubt

Tipp: Schau dir die einzelnen Positionen genau an. Der häufigste Fehler: Reparaturen werden als "Wartung" getarnt und trotzdem umgelegt.

Mehr dazu: Welche Nebenkosten sind nicht umlagefähig?


Schritt 5: Entscheiden – Zahlen oder Widersprechen?

Du hast geprüft. Jetzt musst du entscheiden.

Szenario A: Alles sieht korrekt aus

→ Zahle die Nachzahlung innerhalb von 30 Tagen. Fertig.

Szenario B: Du hast Zweifel, aber nichts Konkretes

→ Zahle unter Vorbehalt. Schreib in die Überweisung: "Zahlung unter Vorbehalt der Prüfung." → Fordere Belegeinsicht, um tiefer zu prüfen.

Szenario C: Du hast konkrete Fehler gefunden

→ Schreib einen Widerspruch mit den konkreten Punkten. → Zahle trotzdem den unstreitigen Teil (das, was auch ohne die Fehler fällig wäre).

Die Fristen im Überblick

WasFrist
Nachzahlung leisten30 Tage nach Erhalt
Widerspruch einlegen12 Monate nach Erhalt
Belegeinsicht verlangenJederzeit (aber sinnvoll vor Widerspruchsfrist)

Wichtig: Ein Widerspruch befreit dich nicht von der Zahlungspflicht! Zahle immer fristgerecht, um Ärger zu vermeiden.


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Häufige Fragen zur Nebenkostenabrechnung

Wie lange habe ich Zeit, die Abrechnung zu prüfen?
12 Monate ab Erhalt. Danach kannst du keine Einwendungen mehr geltend machen. Aber warte nicht so lange – je früher du prüfst, desto besser. Sonst vergisst du Details oder findest Belege nicht mehr.
Muss ich die Nachzahlung sofort zahlen?
Innerhalb von 30 Tagen, ja. Auch wenn du Fehler vermutest. Sonst riskierst du Mahngebühren oder im schlimmsten Fall eine Kündigung wegen Zahlungsverzug. Zahl einfach unter Vorbehalt und prüfe dann in Ruhe.
Was ist, wenn ich die Vorjahresabrechnung nicht mehr habe?
Frag deinen Vermieter nach einer Kopie – er muss sie dir zur Verfügung stellen. Oder vergleiche mit den Durchschnittswerten in unserem Rechner. Das gibt dir zumindest einen Anhaltspunkt.
Kann ich Belegeinsicht verlangen, auch wenn ich keinen Fehler gefunden habe?
Ja, das ist dein Recht. Du musst keinen Grund angeben. Manche Vermieter machen es dir schwer, aber sie dürfen dich nicht abweisen. Besteh höflich, aber bestimmt darauf.
Was passiert, wenn mein Vermieter die Frist verpasst hat?
Dann musst du Nachzahlungen nicht leisten. Ein Guthaben steht dir aber trotzdem zu. Schreib deinem Vermieter, dass du die Nachzahlung aufgrund der Fristversäumnis ablehnst.
Lohnt sich die Prüfung auch bei kleinen Beträgen?
Meistens ja. Ein Fehler in diesem Jahr wiederholt sich oft in den Folgejahren. 50€ pro Jahr sind in 5 Jahren 250€. Außerdem: Die 5-Schritte-Prüfung dauert nur 10 Minuten.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei komplexen Fällen empfehlen wir, einen Fachanwalt oder den Mieterverein zu kontaktieren.

HT

HeizkostenChecker Team

Veröffentlicht am 21. Januar 2026

Themen:NebenkostenabrechnungChecklistePrüfenBetriebskostenErste Schritte

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