Gas wird 2025 wieder teurer – die Preise steigen um etwa 15 Prozent. Wenn du zu den rund 50 Prozent der deutschen Haushalte gehörst, die mit Gas heizen, fragst du dich vielleicht: Sind meine Heizkosten eigentlich normal? In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Gas pro Quadratmeter kostet, wie du deine Kosten einordnest und wo du sparen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Durchschnittliche Gaskosten 2025: 16,86 €/m² pro Jahr
- Günstig: unter 12,50 €/m² – Normal: 12,50–18,50 €/m²
- Zu hoch: über 24 €/m² – hier solltest du handeln
- CO2-Preis 2025: 55 €/Tonne (ca. 1,6 Ct/kWh)
- Gaspreise steigen 2025 um etwa 15%
Aktuelle Gaspreise 2025: Was kostet die kWh?
Die Gaspreise haben in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt hingelegt. Nach der Preisexplosion 2022 durch den Ukraine-Krieg und der Gaspreisbremse 2023 haben sich die Preise zwar normalisiert, steigen aber 2025 wieder an.
Preisentwicklung im Überblick
| Jahr | Durchschnittspreis (Ct/kWh) | Veränderung |
|---|---|---|
| 2020 | ca. 6 | – |
| 2021 | ca. 7 | +17% |
| 2022 | ca. 12 | +71% |
| 2023 | ca. 12 (Preisbremse) | 0% |
| 2024 | ca. 10 | -17% |
| 2025 | ca. 11–12 | +15% |
Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen?
Deine Gasrechnung besteht aus mehreren Komponenten:
- Arbeitspreis: ca. 10–12 Ct/kWh – das zahlst du pro verbrauchter Kilowattstunde
- Grundpreis: ca. 10–15 €/Monat – feste Kosten unabhängig vom Verbrauch
- CO2-Anteil: ca. 1,6 Ct/kWh – bei 55 €/Tonne CO2 (Stand 2025)
- Netzentgelte und Steuern: im Arbeitspreis enthalten
Der CO2-Preis steigt übrigens kontinuierlich: 2024 waren es noch 45 €/Tonne, 2025 sind es 55 €/Tonne. Das macht sich auf der Rechnung bemerkbar.
Gasheizung: Kosten pro m² – Die Vergleichstabelle
Wie viel darfst du für eine Gasheizung pro Quadratmeter ausgeben? Der Heizspiegel 2025 von co2online (öffnet in neuem Tab) liefert aktuelle Vergleichswerte für Deutschland.
Heizkosten-Ampel für Gas (Heizspiegel 2025)
| Bewertung | €/m² pro Jahr | 70m²-Wohnung | 100m²-Wohnung |
|---|---|---|---|
| Günstig | unter 12,50 € | unter 875 € | unter 1.250 € |
| Normal | 12,50–18,50 € | 875–1.295 € | 1.250–1.850 € |
| Erhöht | 18,50–24,00 € | 1.295–1.680 € | 1.850–2.400 € |
| Zu hoch | über 24,00 € | über 1.680 € | über 2.400 € |
Der Durchschnitt liegt bei 16,86 €/m² pro Jahr. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 1.180 € Heizkosten im Jahr, also knapp 100 € pro Monat.
Faktoren, die deine Gaskosten beeinflussen
Warum zahlt dein Nachbar vielleicht weniger – oder mehr – als du?
- Gebäudealter und Dämmung: Ein schlecht gedämmter Altbau verbraucht deutlich mehr als ein Neubau
- Dein Heizverhalten: Jedes Grad weniger spart etwa 6% Heizkosten
- Lage der Wohnung: Erdgeschoss und Dachgeschoss brauchen mehr Heizenergie
- Gastarif: Je nach Anbieter variieren die Preise erheblich
- CO2-Kostenaufteilung: Seit 2023 muss dein Vermieter einen Teil der CO2-Kosten tragen
Rechenbeispiel: Was kostet eine 70m²-Wohnung?
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an:
- Wohnfläche: 70 m²
- Durchschnittliche Kosten: 16,86 €/m²
- Jahreskosten: 70 × 16,86 € = 1.180 €
- Monatliche Kosten: ca. 98 €
Liegt deine monatliche Heizkostenvorauszahlung deutlich darüber? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf deine Abrechnung.
Gasverbrauch berechnen: Die Formel
Auf deiner Abrechnung oder am Gaszähler siehst du oft Kubikmeter (m³) statt Kilowattstunden. So rechnest du um:
Vom Kubikmeter zur Kilowattstunde
1 m³ Erdgas ≈ 10 kWh (Brennwert)
Der genaue Wert hängt von der Gasqualität ab und steht auf deiner Rechnung. Als Faustregel kannst du aber mit dem Faktor 10 rechnen.
Die Formel für deine Heizkosten
Heizkosten = Gasverbrauch (kWh) × Arbeitspreis (€/kWh) + Grundpreis
Schritt-für-Schritt-Berechnung
- Gasverbrauch ablesen: z.B. 1.200 m³ pro Jahr
- In kWh umrechnen: 1.200 × 10 = 12.000 kWh
- Mit Arbeitspreis multiplizieren: 12.000 × 0,11 €/kWh = 1.320 €
- Grundpreis addieren: 1.320 € + 150 € = 1.470 €
- Kosten pro m² berechnen: 1.470 € ÷ 70 m² = 21 €/m²
In diesem Beispiel lägen die Kosten im erhöhten Bereich – hier solltest du prüfen, woran das liegt.
Warum sind meine Gaskosten zu hoch?
Wenn deine Gaskosten über dem Durchschnitt liegen, kann das verschiedene Gründe haben:
Grund 1: Schlechte Gebäudedämmung
Das ist der häufigste Grund für hohe Heizkosten – und leider hast du als Mieter kaum Einfluss darauf. Ein Blick in den Energieausweis des Gebäudes verrät dir, wie effizient dein Haus ist:
- Energieeffizienzklasse A–C: Gut gedämmt
- Energieeffizienzklasse D–E: Durchschnitt
- Energieeffizienzklasse F–H: Hoher Energieverbrauch zu erwarten
Grund 2: Falsches Heizverhalten
Kleine Änderungen können viel bewirken:
- Zu hohe Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart 6%
- Dauerlüften: Gekippte Fenster kühlen die Wände aus
- Zugestellte Heizkörper: Möbel und Vorhänge blockieren die Wärme
Grund 3: Ungünstiger Gastarif
Bei einer Zentralheizung wählt dein Vermieter den Tarif – du hast keinen Einfluss. Bei einer Gasetagenheizung mit eigenem Zähler kannst du selbst wechseln und oft 100–300 € pro Jahr sparen.
Grund 4: Fehler in der Abrechnung
Das wird oft übersehen: Viele Heizkostenabrechnungen enthalten Fehler. Typische Probleme:
- Falsche Wohnfläche in der Abrechnung
- Falscher Verteilerschlüssel
- Nicht umlagefähige Kosten (z.B. Reparaturen statt Wartung)
- Fehlende Verbrauchserfassung → 15%-Kürzungsrecht
Grund 5: CO2-Kosten nicht korrekt aufgeteilt
Seit 2023 gilt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz: Je nach Energieeffizienz des Gebäudes muss dein Vermieter 0–90% der CO2-Kosten tragen. In schlecht gedämmten Häusern kann das schnell 100–200 € pro Jahr ausmachen.
Prüfe deine Abrechnung: Ist ein Vermieteranteil an den CO2-Kosten ausgewiesen? Falls nicht, könntest du zu viel bezahlt haben. Mehr dazu in unserem Artikel zur CO2-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter.
Gas-Heizkosten senken: Tipps für Mieter
Du kannst deine Gaskosten auch ohne Eingriff in die Heizungsanlage reduzieren:
Sofort-Tipps ohne Kosten
- Raumtemperatur um 1°C senken: Spart etwa 6% Heizkosten
- Heizkörper entlüften: Gluckernde Heizkörper heizen ineffizient
- Stoßlüften statt Kipplüften: 5–10 Minuten bei weit geöffneten Fenstern
- Thermostatventile bewusst nutzen: Nicht voll aufdrehen, Stufe 3 = ca. 20°C
- Türen zu kälteren Räumen schließen: Verhindert Wärmeabfluss
Bei eigener Gasetagenheizung
Wenn du einen eigenen Gaszähler hast, kannst du den Anbieter wechseln:
- Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox nutzen
- Auf Vertragslaufzeit und Preisgarantie achten
- Mögliche Ersparnis: 100–300 € pro Jahr
In der Heizkostenabrechnung
- Heiznebenkosten prüfen: Nur Wartung ist umlagefähig, nicht Reparaturen
- CO2-Kosten-Aufteilung kontrollieren: Ist der Vermieteranteil abgezogen?
- Verbrauchserfassung prüfen: Ohne Erfassung hast du ein Kürzungsrecht
Mehr Tipps findest du in unserem ausführlichen Ratgeber Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.
Gasheizung vs. andere Heizarten im Vergleich
Wie schneidet Gas im Vergleich zu anderen Heizungsarten ab? Hier die aktuellen Durchschnittswerte aus dem Heizspiegel 2025:
Kostenvergleich aller Heizarten (€/m² pro Jahr)
| Heizart | Durchschnitt | Günstig | Zu hoch |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 16,86 € | unter 12,50 € | über 24 € |
| Heizöl | 15,07 € | unter 11,50 € | über 21,50 € |
| Fernwärme | 17,79 € | unter 13,50 € | über 25,50 € |
| Wärmepumpe | 10,21 € | unter 7,50 € | über 16 € |
| Holzpellets | 10,57 € | unter 8 € | über 16,50 € |
Was bedeutet das?
- Gas liegt im Mittelfeld – teurer als Wärmepumpe und Pellets, günstiger als Fernwärme
- Öl ist aktuell etwas günstiger als Gas, aber mit höheren Preisschwankungen
- Wärmepumpen sind langfristig am günstigsten, aber nur in gut gedämmten Gebäuden effizient
- Fernwärme ist regional sehr unterschiedlich – in manchen Städten günstig, in anderen teuer
Mehr Details findest du in unserem Überblicksartikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.

