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Wärmepumpe: Kosten & Abrechnung für Mieter (2025)

Was kostet Heizen mit Wärmepumpe pro Quadratmeter? Aktuelle Strompreise, Abrechnungsregeln und deine Rechte als Mieter – mit Heizspiegel-Daten 2025.

HT
HeizkostenChecker Team
8 Min. Lesezeit

Wärmepumpen gelten als Heizung der Zukunft – und sie werden immer häufiger auch in Mietwohnungen eingesetzt. Mit durchschnittlich 10,21 €/m² pro Jahr sind sie aktuell die günstigste Heizart im Heizspiegel-Vergleich. Doch wie funktioniert die Abrechnung bei einer Wärmepumpe? Und worauf musst du als Mieter achten?

In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Wärmepumpe kostet, wie die Stromkosten in der Heizkostenabrechnung auftauchen und welche speziellen Regelungen seit 2024 gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchschnittliche Wärmepumpenkosten 2025: 10,21 €/m² pro Jahr
  • Günstig: unter 7,50 €/m² – Zu hoch: über 16 €/m²
  • Besonderheit: Strom statt Gas/Öl als Energieträger
  • Seit 2024: Neue HeizkostenV-Regelungen für Wärmepumpen
  • Wärmepumpen sparen im Vergleich zu Gas etwa 40% der Heizkosten

Warum Wärmepumpen günstiger heizen

Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erde und benötigen nur Strom für den Betrieb. Der Clou: Aus 1 kWh Strom erzeugt eine gute Wärmepumpe 3–5 kWh Wärme. Diese Effizienz nennt man Jahresarbeitszahl (JAZ).

Die Jahresarbeitszahl verstehen

JAZBedeutungTypische Heizart
2,5–3,0AkzeptabelLuft-Wasser im Altbau
3,0–4,0GutLuft-Wasser im Neubau
4,0–5,0Sehr gutSole-Wasser (Erdwärme)
>5,0ExzellentWasser-Wasser

Je höher die JAZ, desto weniger Strom wird für die gleiche Wärmemenge benötigt – und desto niedriger sind deine Heizkosten.

Rechenbeispiel: Wärmepumpe vs. Gasheizung

70m²-Wohnung, 10.000 kWh Wärmebedarf:

HeizartVerbrauchPreisJahreskosten
Gasheizung10.000 kWh Gas11 Ct/kWh1.100 €
Wärmepumpe (JAZ 3,5)2.857 kWh Strom25 Ct/kWh714 €

Ersparnis mit Wärmepumpe: 386 € pro Jahr (35%)

Wärmepumpe: Kosten pro m² im Vergleich

Der Heizspiegel 2025 (öffnet in neuem Tab) zeigt: Wärmepumpen sind aktuell die günstigste Heizart – wenn das Gebäude gut gedämmt ist.

Heizkosten-Ampel für Wärmepumpen (Heizspiegel 2025)

Bewertung€/m² pro Jahr70m²-Wohnung100m²-Wohnung
Günstigunter 7,50 €unter 525 €unter 750 €
Normal7,50–11,50 €525–805 €750–1.150 €
Erhöht11,50–16,00 €805–1.120 €1.150–1.600 €
Zu hochüber 16,00 €über 1.120 €über 1.600 €

Der Durchschnitt liegt bei 10,21 €/m² pro Jahr. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 715 € Heizkosten im Jahr, also knapp 60 € pro Monat.

Vergleich mit anderen Heizarten

HeizartDurchschnitt (€/m²)Vergleich zu Wärmepumpe
Wärmepumpe10,21 €
Holzpellets10,57 €+4%
Heizöl15,07 €+48%
Erdgas16,86 €+65%
Fernwärme17,79 €+74%

Wärmepumpen sind damit die kostengünstigste Option – vorausgesetzt, das Gebäude ist für eine Wärmepumpe geeignet (gute Dämmung, Flächenheizung ideal).

Mehr zu allen Heizarten findest du in unserem Artikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.

Stromkosten für Wärmepumpen 2025

Anders als bei Gas oder Öl bezahlst du bei einer Wärmepumpe über den Strompreis. Hier gibt es wichtige Unterschiede:

Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom

Viele Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpentarife an:

TarifartPreis (ca.)Voraussetzung
Haushaltsstrom28–35 Ct/kWhKein separater Zähler
Wärmepumpentarif22–28 Ct/kWhSeparater Zähler, Sperrzeiten
Eigener Tarif + PV10–20 Ct/kWhPhotovoltaik-Anlage

Der Wärmepumpentarif ist meist günstiger, weil der Netzbetreiber die Anlage zu Spitzenlastzeiten kurzzeitig abschalten darf (typisch 2x täglich für max. 2 Stunden).

Was bedeutet das für Mieter?

Als Mieter hast du meist keinen Einfluss auf den Stromtarif:

  • Zentralheizung mit Wärmepumpe: Der Vermieter wählt den Tarif, du zahlst über die Heizkostenabrechnung
  • Eigener Wärmepumpenstromzähler: Selten bei Mietwohnungen, dann kannst du den Anbieter selbst wählen

So funktioniert die Abrechnung bei Wärmepumpen

Die Heizkostenabrechnung bei Wärmepumpen folgt grundsätzlich den gleichen Regeln wie bei anderen Heizarten – mit einigen Besonderheiten.

Grundregel: Verbrauchserfassung ist Pflicht

Nach der Heizkostenverordnung müssen mindestens 50% der Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet werden. Das gilt auch für Wärmepumpen.

Die Verbrauchserfassung erfolgt über:

  • Wärmemengenzähler an der Wärmepumpe (misst die erzeugte Wärme)
  • Heizkostenverteiler an den Heizkörpern (bei klassischen Heizkörpern)
  • Wärmezähler pro Wohnung (bei Fußbodenheizung)

Neue Regelungen seit 2024

Die novellierte Heizkostenverordnung enthält spezielle Regelungen für Wärmepumpen:

1. Umweltwärme wird berücksichtigt

Bei der Ermittlung der Heizkosten wird nur der Stromverbrauch angesetzt – nicht die gesamte erzeugte Wärme. Das ist logisch, denn die Umweltwärme ist kostenlos.

2. Vereinfachte Abrechnung möglich

In bestimmten Fällen darf der Vermieter eine vereinfachte Abrechnung vornehmen, wenn:

  • Wärmemengenzähler nicht vorhanden sind
  • Die Nachrüstung unverhältnismäßig teuer wäre

3. Kombination mit Photovoltaik

Wenn die Wärmepumpe teilweise mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird, muss dies in der Abrechnung transparent dargestellt werden.

Aufbau einer typischen Wärmepumpen-Abrechnung

Eine korrekte Heizkostenabrechnung für Wärmepumpen enthält:

  1. Gesamtstromverbrauch der Wärmepumpe (in kWh)
  2. Stromkosten (Arbeitspreis × Verbrauch + Grundpreis)
  3. Heiznebenkosten (Wartung, Schornsteinfeger bei Hybridanlagen)
  4. Dein Anteil nach Verteilerschlüssel
  5. CO2-Kostenaufteilung (falls relevant)

Häufige Fehler bei Wärmepumpen-Abrechnungen

Auch bei Wärmepumpen können Fehler in der Abrechnung auftreten:

Fehler 1: Keine Verbrauchserfassung

Wird nur nach Wohnfläche abgerechnet, obwohl Verbrauchserfassungsgeräte vorhanden sind oder installiert werden müssten? Dann steht dir ein Kürzungsrecht von 15% zu.

Fehler 2: Falsche Stromkosten angesetzt

Prüfe, ob der angesetzte Strompreis plausibel ist. Wärmepumpentarife liegen typischerweise bei 22–28 Ct/kWh. Deutlich höhere Preise solltest du hinterfragen.

Fehler 3: Wartungskosten vs. Reparaturen

Nur Wartungskosten sind umlagefähig – Reparaturen muss der Vermieter selbst tragen. Bei Wärmepumpen ist die jährliche Wartung relativ günstig (ca. 100–200 €), deutlich höhere Beträge können auf versteckte Reparaturen hindeuten.

Fehler 4: Photovoltaik-Anteil nicht berücksichtigt

Wenn die Wärmepumpe teilweise mit Solarstrom vom Dach betrieben wird, müssen diese Kosten (meist günstiger als Netzstrom) korrekt in die Abrechnung einfließen.

Fehler 5: CO2-Kosten nicht aufgeteilt

Obwohl Strom weniger CO2-Kosten verursacht als Gas oder Öl, fällt auch hier eine CO2-Abgabe auf den Strompreis an. Die Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter muss berücksichtigt werden.

Mehr zu typischen Abrechnungsfehlern findest du in unserem Artikel Heizkostenabrechnung: Die 10 häufigsten Fehler.

Wärmepumpe zu teuer? So senkst du die Kosten

Auch bei Wärmepumpen gibt es Sparpotenzial:

Als Mieter direkt beeinflussen

  • Raumtemperatur optimieren: Auch bei Wärmepumpen spart jedes Grad 6% Energie
  • Effizient lüften: Stoßlüften statt Dauerlüften
  • Thermostate nutzen: Nachts und bei Abwesenheit absenken

Vermieter ansprechen

  • Hydraulischer Abgleich: Optimiert die Wärmeverteilung im Gebäude
  • Wartung: Regelmäßig gewartete Wärmepumpen arbeiten effizienter
  • Photovoltaik: Solarstrom senkt die Betriebskosten erheblich

Abrechnung prüfen

  • 15%-Kürzungsrecht: Bei fehlender Verbrauchserfassung
  • Fehler erkennen: Falsche Verteilerschlüssel, überhöhte Nebenkosten
  • Vergleichswerte nutzen: Liegen deine Kosten über dem Durchschnitt?

Mehr Tipps zum Sparen findest du in unserem Artikel Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.

Wärmepumpe als Mieter: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Niedrigste Heizkosten aller Heizarten (im Durchschnitt)
  • Umweltfreundlich: Kein CO2-Ausstoß vor Ort, geringe CO2-Abgabe
  • Zukunftssicher: Fördert den Wert der Immobilie
  • Wartungsarm: Weniger Verschleißteile als bei Verbrennungsheizungen

Nachteile

  • Abhängig von Strompreis: Steigt der Strompreis stark, steigen auch die Kosten
  • Gebäudeabhängig: In schlecht gedämmten Altbauten weniger effizient
  • Weniger Einfluss: Als Mieter kannst du Anlagendaten oft nicht einsehen

Zukunft: Wärmepumpen werden Standard

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 schreibt vor, dass neue Heizungen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen müssen. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung problemlos.

Das bedeutet für Mieter:

  • Mehr Wärmepumpen in Neubauten: Neue Mietwohnungen haben oft Wärmepumpen
  • Umrüstung im Bestand: Wenn alte Heizungen ausgetauscht werden, wird häufig auf Wärmepumpe umgestellt
  • Modernisierungsumlage möglich: Bei Heizungstausch kann der Vermieter 8% der Kosten pro Jahr auf die Miete umlegen

Häufige Fragen zu Wärmepumpenkosten

Was kostet eine Wärmepumpe pro Quadratmeter 2025?
Im Durchschnitt kosten Wärmepumpen 10,21 €/m² pro Jahr laut Heizspiegel 2025. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 715 € im Jahr oder knapp 60 € im Monat. Damit sind Wärmepumpen die günstigste Heizart.
Warum sind Wärmepumpen günstiger als Gasheizungen?
Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme und benötigen nur Strom für den Betrieb. Aus 1 kWh Strom erzeugen sie 3-5 kWh Wärme (je nach Jahresarbeitszahl). Dadurch sind die Betriebskosten trotz höherer Strompreise niedriger als bei Gas.
Wie wird der Strom für die Wärmepumpe abgerechnet?
Bei Zentralheizungen läuft der Strom über den Vermieter und erscheint in deiner Heizkostenabrechnung. Die Abrechnung muss mindestens 50% nach Verbrauch erfolgen. Bei einem eigenen Wärmepumpenstromzähler (selten bei Mietwohnungen) zahlst du direkt an den Stromanbieter.
Gelten für Wärmepumpen besondere Abrechnungsregeln?
Ja, seit 2024 gibt es spezielle Regelungen in der Heizkostenverordnung. Die kostenlose Umweltwärme wird nicht als Kosten angesetzt, nur der Stromverbrauch. Außerdem gibt es Erleichterungen bei der Verbrauchserfassung für bestehende Anlagen.
Kann ich als Mieter den Wärmepumpentarif wählen?
Nur wenn du einen eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe hast, was bei Mietwohnungen selten ist. Bei Zentralheizungen wählt der Vermieter den Tarif. Du kannst aber nachfragen, ob ein günstiger Wärmepumpentarif genutzt wird.
HT

HeizkostenChecker Team

Veröffentlicht am 15. Januar 2025

Themen:WärmepumpeHeizkosten pro qmStromkostenAbrechnung

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