Wärmepumpen gelten als Heizung der Zukunft – und sie werden immer häufiger auch in Mietwohnungen eingesetzt. Mit durchschnittlich 10,21 €/m² pro Jahr sind sie aktuell die günstigste Heizart im Heizspiegel-Vergleich. Doch wie funktioniert die Abrechnung bei einer Wärmepumpe? Und worauf musst du als Mieter achten?
In diesem Artikel erfährst du, was Heizen mit Wärmepumpe kostet, wie die Stromkosten in der Heizkostenabrechnung auftauchen und welche speziellen Regelungen seit 2024 gelten.
Das Wichtigste in Kürze
- Durchschnittliche Wärmepumpenkosten 2025: 10,21 €/m² pro Jahr
- Günstig: unter 7,50 €/m² – Zu hoch: über 16 €/m²
- Besonderheit: Strom statt Gas/Öl als Energieträger
- Seit 2024: Neue HeizkostenV-Regelungen für Wärmepumpen
- Wärmepumpen sparen im Vergleich zu Gas etwa 40% der Heizkosten
Warum Wärmepumpen günstiger heizen
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erde und benötigen nur Strom für den Betrieb. Der Clou: Aus 1 kWh Strom erzeugt eine gute Wärmepumpe 3–5 kWh Wärme. Diese Effizienz nennt man Jahresarbeitszahl (JAZ).
Die Jahresarbeitszahl verstehen
| JAZ | Bedeutung | Typische Heizart |
|---|---|---|
| 2,5–3,0 | Akzeptabel | Luft-Wasser im Altbau |
| 3,0–4,0 | Gut | Luft-Wasser im Neubau |
| 4,0–5,0 | Sehr gut | Sole-Wasser (Erdwärme) |
| >5,0 | Exzellent | Wasser-Wasser |
Je höher die JAZ, desto weniger Strom wird für die gleiche Wärmemenge benötigt – und desto niedriger sind deine Heizkosten.
Rechenbeispiel: Wärmepumpe vs. Gasheizung
70m²-Wohnung, 10.000 kWh Wärmebedarf:
| Heizart | Verbrauch | Preis | Jahreskosten |
|---|---|---|---|
| Gasheizung | 10.000 kWh Gas | 11 Ct/kWh | 1.100 € |
| Wärmepumpe (JAZ 3,5) | 2.857 kWh Strom | 25 Ct/kWh | 714 € |
Ersparnis mit Wärmepumpe: 386 € pro Jahr (35%)
Wärmepumpe: Kosten pro m² im Vergleich
Der Heizspiegel 2025 (öffnet in neuem Tab) zeigt: Wärmepumpen sind aktuell die günstigste Heizart – wenn das Gebäude gut gedämmt ist.
Heizkosten-Ampel für Wärmepumpen (Heizspiegel 2025)
| Bewertung | €/m² pro Jahr | 70m²-Wohnung | 100m²-Wohnung |
|---|---|---|---|
| Günstig | unter 7,50 € | unter 525 € | unter 750 € |
| Normal | 7,50–11,50 € | 525–805 € | 750–1.150 € |
| Erhöht | 11,50–16,00 € | 805–1.120 € | 1.150–1.600 € |
| Zu hoch | über 16,00 € | über 1.120 € | über 1.600 € |
Der Durchschnitt liegt bei 10,21 €/m² pro Jahr. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 715 € Heizkosten im Jahr, also knapp 60 € pro Monat.
Vergleich mit anderen Heizarten
| Heizart | Durchschnitt (€/m²) | Vergleich zu Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 10,21 € | – |
| Holzpellets | 10,57 € | +4% |
| Heizöl | 15,07 € | +48% |
| Erdgas | 16,86 € | +65% |
| Fernwärme | 17,79 € | +74% |
Wärmepumpen sind damit die kostengünstigste Option – vorausgesetzt, das Gebäude ist für eine Wärmepumpe geeignet (gute Dämmung, Flächenheizung ideal).
Mehr zu allen Heizarten findest du in unserem Artikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.
Stromkosten für Wärmepumpen 2025
Anders als bei Gas oder Öl bezahlst du bei einer Wärmepumpe über den Strompreis. Hier gibt es wichtige Unterschiede:
Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom
Viele Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpentarife an:
| Tarifart | Preis (ca.) | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Haushaltsstrom | 28–35 Ct/kWh | Kein separater Zähler |
| Wärmepumpentarif | 22–28 Ct/kWh | Separater Zähler, Sperrzeiten |
| Eigener Tarif + PV | 10–20 Ct/kWh | Photovoltaik-Anlage |
Der Wärmepumpentarif ist meist günstiger, weil der Netzbetreiber die Anlage zu Spitzenlastzeiten kurzzeitig abschalten darf (typisch 2x täglich für max. 2 Stunden).
Was bedeutet das für Mieter?
Als Mieter hast du meist keinen Einfluss auf den Stromtarif:
- Zentralheizung mit Wärmepumpe: Der Vermieter wählt den Tarif, du zahlst über die Heizkostenabrechnung
- Eigener Wärmepumpenstromzähler: Selten bei Mietwohnungen, dann kannst du den Anbieter selbst wählen
So funktioniert die Abrechnung bei Wärmepumpen
Die Heizkostenabrechnung bei Wärmepumpen folgt grundsätzlich den gleichen Regeln wie bei anderen Heizarten – mit einigen Besonderheiten.
Grundregel: Verbrauchserfassung ist Pflicht
Nach der Heizkostenverordnung müssen mindestens 50% der Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet werden. Das gilt auch für Wärmepumpen.
Die Verbrauchserfassung erfolgt über:
- Wärmemengenzähler an der Wärmepumpe (misst die erzeugte Wärme)
- Heizkostenverteiler an den Heizkörpern (bei klassischen Heizkörpern)
- Wärmezähler pro Wohnung (bei Fußbodenheizung)
Neue Regelungen seit 2024
Die novellierte Heizkostenverordnung enthält spezielle Regelungen für Wärmepumpen:
1. Umweltwärme wird berücksichtigt
Bei der Ermittlung der Heizkosten wird nur der Stromverbrauch angesetzt – nicht die gesamte erzeugte Wärme. Das ist logisch, denn die Umweltwärme ist kostenlos.
2. Vereinfachte Abrechnung möglich
In bestimmten Fällen darf der Vermieter eine vereinfachte Abrechnung vornehmen, wenn:
- Wärmemengenzähler nicht vorhanden sind
- Die Nachrüstung unverhältnismäßig teuer wäre
3. Kombination mit Photovoltaik
Wenn die Wärmepumpe teilweise mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird, muss dies in der Abrechnung transparent dargestellt werden.
Aufbau einer typischen Wärmepumpen-Abrechnung
Eine korrekte Heizkostenabrechnung für Wärmepumpen enthält:
- Gesamtstromverbrauch der Wärmepumpe (in kWh)
- Stromkosten (Arbeitspreis × Verbrauch + Grundpreis)
- Heiznebenkosten (Wartung, Schornsteinfeger bei Hybridanlagen)
- Dein Anteil nach Verteilerschlüssel
- CO2-Kostenaufteilung (falls relevant)
Häufige Fehler bei Wärmepumpen-Abrechnungen
Auch bei Wärmepumpen können Fehler in der Abrechnung auftreten:
Fehler 1: Keine Verbrauchserfassung
Wird nur nach Wohnfläche abgerechnet, obwohl Verbrauchserfassungsgeräte vorhanden sind oder installiert werden müssten? Dann steht dir ein Kürzungsrecht von 15% zu.
Fehler 2: Falsche Stromkosten angesetzt
Prüfe, ob der angesetzte Strompreis plausibel ist. Wärmepumpentarife liegen typischerweise bei 22–28 Ct/kWh. Deutlich höhere Preise solltest du hinterfragen.
Fehler 3: Wartungskosten vs. Reparaturen
Nur Wartungskosten sind umlagefähig – Reparaturen muss der Vermieter selbst tragen. Bei Wärmepumpen ist die jährliche Wartung relativ günstig (ca. 100–200 €), deutlich höhere Beträge können auf versteckte Reparaturen hindeuten.
Fehler 4: Photovoltaik-Anteil nicht berücksichtigt
Wenn die Wärmepumpe teilweise mit Solarstrom vom Dach betrieben wird, müssen diese Kosten (meist günstiger als Netzstrom) korrekt in die Abrechnung einfließen.
Fehler 5: CO2-Kosten nicht aufgeteilt
Obwohl Strom weniger CO2-Kosten verursacht als Gas oder Öl, fällt auch hier eine CO2-Abgabe auf den Strompreis an. Die Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter muss berücksichtigt werden.
Mehr zu typischen Abrechnungsfehlern findest du in unserem Artikel Heizkostenabrechnung: Die 10 häufigsten Fehler.
Wärmepumpe zu teuer? So senkst du die Kosten
Auch bei Wärmepumpen gibt es Sparpotenzial:
Als Mieter direkt beeinflussen
- Raumtemperatur optimieren: Auch bei Wärmepumpen spart jedes Grad 6% Energie
- Effizient lüften: Stoßlüften statt Dauerlüften
- Thermostate nutzen: Nachts und bei Abwesenheit absenken
Vermieter ansprechen
- Hydraulischer Abgleich: Optimiert die Wärmeverteilung im Gebäude
- Wartung: Regelmäßig gewartete Wärmepumpen arbeiten effizienter
- Photovoltaik: Solarstrom senkt die Betriebskosten erheblich
Abrechnung prüfen
- 15%-Kürzungsrecht: Bei fehlender Verbrauchserfassung
- Fehler erkennen: Falsche Verteilerschlüssel, überhöhte Nebenkosten
- Vergleichswerte nutzen: Liegen deine Kosten über dem Durchschnitt?
Mehr Tipps zum Sparen findest du in unserem Artikel Heizkosten sparen: Tipps für Mieter.
Wärmepumpe als Mieter: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Niedrigste Heizkosten aller Heizarten (im Durchschnitt)
- Umweltfreundlich: Kein CO2-Ausstoß vor Ort, geringe CO2-Abgabe
- Zukunftssicher: Fördert den Wert der Immobilie
- Wartungsarm: Weniger Verschleißteile als bei Verbrennungsheizungen
Nachteile
- Abhängig von Strompreis: Steigt der Strompreis stark, steigen auch die Kosten
- Gebäudeabhängig: In schlecht gedämmten Altbauten weniger effizient
- Weniger Einfluss: Als Mieter kannst du Anlagendaten oft nicht einsehen
Zukunft: Wärmepumpen werden Standard
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 schreibt vor, dass neue Heizungen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen müssen. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung problemlos.
Das bedeutet für Mieter:
- Mehr Wärmepumpen in Neubauten: Neue Mietwohnungen haben oft Wärmepumpen
- Umrüstung im Bestand: Wenn alte Heizungen ausgetauscht werden, wird häufig auf Wärmepumpe umgestellt
- Modernisierungsumlage möglich: Bei Heizungstausch kann der Vermieter 8% der Kosten pro Jahr auf die Miete umlegen

