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Ölheizung: Kosten pro m² & Abrechnung (2025)

Was kostet Heizen mit Öl pro Quadratmeter? Aktuelle Durchschnittswerte, häufige Abrechnungsfehler bei Heizöl und deine Rechte als Mieter.

HT
HeizkostenChecker Team
10 Min. Lesezeit

Rund 5 Millionen Haushalte in Deutschland heizen noch mit Öl. Obwohl neue Ölheizungen seit 2024 nur noch eingeschränkt erlaubt sind, bleiben bestehende Anlagen oft jahrzehntelang in Betrieb. Die Abrechnung von Heizöl ist dabei komplizierter als bei anderen Heizarten – denn der Ölpreis schwankt stark, und der Zeitpunkt des Tankkaufs beeinflusst deine Kosten erheblich.

In diesem Artikel erfährst du, was normale Heizölkosten pro Quadratmeter sind, wie die Öl-Abrechnung funktioniert und worauf du als Mieter achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchschnittliche Heizölkosten 2025: 15,07 €/m² pro Jahr
  • Günstig: unter 11,50 €/m² – Zu hoch: über 21,50 €/m²
  • Heizölpreis aktuell: ca. 0,95–1,10 €/Liter (schwankend)
  • Besonderheit: Nachkauf-Zeitpunkt beeinflusst deine Abrechnung stark
  • Zukunft: Neue Ölheizungen nur noch mit 65% Erneuerbaren erlaubt

Aktuelle Heizölpreise 2025

Die Heizölpreise haben in den letzten Jahren stark geschwankt. Nach dem extremen Preisanstieg 2022 durch den Ukraine-Krieg haben sich die Preise wieder normalisiert, liegen aber immer noch über dem Vor-Krisen-Niveau.

Preisentwicklung im Überblick

JahrDurchschnittspreis (€/100 Liter)Veränderung
2020ca. 55 €
2021ca. 70 €+27%
2022ca. 140 € (Spitze)+100%
2023ca. 100 €-29%
2024ca. 95 €-5%
2025ca. 95–105 €±5%

Woraus setzt sich der Heizölpreis zusammen?

Der Preis an der Zapfsäule enthält mehrere Komponenten:

  • Produktpreis: Abhängig vom Rohölpreis und Raffineriemargen
  • Energiesteuer: 6,14 Ct/Liter (fest)
  • CO2-Preis: ca. 17 Ct/Liter bei 55 €/Tonne (2025)
  • Mehrwertsteuer: 19%
  • Lieferkosten: Je nach Region und Bestellmenge

Der CO2-Preis steigt übrigens weiter: 2024 waren es noch 45 €/Tonne, 2025 sind es 55 €/Tonne. Das macht etwa 3–4 Cent pro Liter mehr aus. Wichtig: Seit 2023 muss dein Vermieter einen Teil dieser CO2-Kosten tragen – mehr dazu weiter unten.

Saisonale Schwankungen

Der Heizölpreis schwankt nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern auch innerhalb eines Jahres:

  • Mai bis August: Oft am günstigsten (weniger Nachfrage)
  • September bis November: Preise steigen (Eindeckung für Winter)
  • Dezember bis Februar: Höchste Preise bei Kältewellen

Wenn du einen eigenen Tank hast, lohnt sich der Kauf im Sommer – als Mieter hast du darauf aber meist keinen Einfluss.

Ölheizung: Kosten pro m² im Vergleich

Wie viel darfst du für eine Ölheizung pro Quadratmeter ausgeben? Der Heizspiegel 2025 von co2online (öffnet in neuem Tab) liefert aktuelle Vergleichswerte.

Heizkosten-Ampel für Heizöl (Heizspiegel 2025)

Bewertung€/m² pro Jahr70m²-Wohnung100m²-Wohnung
Günstigunter 11,50 €unter 805 €unter 1.150 €
Normal11,50–16,50 €805–1.155 €1.150–1.650 €
Erhöht16,50–21,50 €1.155–1.505 €1.650–2.150 €
Zu hochüber 21,50 €über 1.505 €über 2.150 €

Der Durchschnitt liegt bei 15,07 €/m² pro Jahr. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 1.055 € Heizkosten im Jahr, also knapp 88 € pro Monat.

Öl im Vergleich zu anderen Heizarten

Wie schneidet Heizöl im Vergleich ab?

HeizartDurchschnitt (€/m²)Tendenz 2025
Heizöl15,07 €stabil
Erdgas16,86 €+15%
Fernwärme17,79 €+2%
Wärmepumpe10,21 €+5%
Holzpellets10,57 €+20%

Öl liegt aktuell günstiger als Gas und Fernwärme, aber teurer als Wärmepumpen und Pellets. Allerdings sind Ölpreise sehr volatil – ein kalter Winter mit Lieferengpässen kann die Preise schnell nach oben treiben.

Mehr Details zu allen Heizarten findest du in unserem Artikel Heizkosten pro m²: Alle Heizarten im Vergleich.

Besonderheit: Die Heizöl-Abrechnung

Bei Ölheizungen ist die Abrechnung komplizierter als bei Gas oder Fernwärme. Der Grund: Heizöl wird in Tanks gelagert und unregelmäßig nachgekauft – und der Preis kann sich zwischen den Käufen stark verändern.

Das Nachkauf-Problem

Stell dir vor: Dein Vermieter kauft im Januar 5.000 Liter Heizöl für 1,00 €/Liter. Im Oktober kauft er nochmal 3.000 Liter – diesmal kostet der Liter aber 1,20 € wegen gestiegener Nachfrage.

Wie werden diese unterschiedlichen Preise in deiner Abrechnung berücksichtigt? Dafür gibt es verschiedene Methoden.

Abrechnungsmethoden im Überblick

Methode 1: FIFO (First In, First Out)

Das älteste Öl wird zuerst verbraucht. Theoretisch korrekt, aber aufwendig zu berechnen. In der Praxis selten verwendet.

Methode 2: Durchschnittspreis-Methode

Der Durchschnittspreis aller Käufe im Abrechnungszeitraum wird gebildet. Das ist die häufigste Methode, weil sie einfach und fair ist.

Beispiel:

  • Kauf 1: 5.000 L × 1,00 € = 5.000 €
  • Kauf 2: 3.000 L × 1,20 € = 3.600 €
  • Gesamt: 8.000 L für 8.600 €
  • Durchschnittspreis: 1,075 €/Liter

Methode 3: Bewertung nach Tagespreis

Anfangs- und Endbestand werden nach dem Tagespreis zum Stichtag bewertet. Kann zu Verzerrungen führen, wenn der Stichtag auf einen Preishöhepunkt fällt.

Häufige Fehler bei Öl-Abrechnungen

Diese Probleme tauchen bei Heizöl-Abrechnungen besonders oft auf:

1. Großer Nachkauf kurz vor Abrechnungsende

Wenn der Vermieter kurz vor dem Abrechnungsstichtag den Tank voll macht, belastet diese große Menge die laufende Periode – obwohl das Öl erst in der nächsten Periode verbraucht wird. Das ist nicht fair und kann angefochten werden.

2. Unklare Bestandsbewertung

Deine Abrechnung muss transparent zeigen:

  • Anfangsbestand (Liter)
  • Alle Nachkäufe mit Datum, Menge und Preis
  • Endbestand (Liter)
  • Verwendete Bewertungsmethode

Fehlt eine dieser Angaben, ist die Abrechnung formal fehlerhaft.

3. Tankfüllung bei Mieterwechsel

Wenn du ein- oder ausziehst, muss eine Zwischenablesung erfolgen. Der Tankinhalt zum Stichtag muss fair aufgeteilt werden. Hier kommt es oft zu Streit – achte auf eine saubere Dokumentation.

4. CO2-Kosten nicht aufgeteilt

Seit 2023 muss der Vermieter je nach Gebäudeeffizienz 0–90% der CO2-Kosten tragen. Bei Heizöl sind das schnell 50–100 € pro Jahr. Prüfe, ob dieser Abzug in deiner Abrechnung erscheint.

Ölverbrauch berechnen: Die Formel

Um deine Heizkosten nachzuvollziehen, solltest du den Verbrauch selbst berechnen können.

Vom Liter zur Kilowattstunde

1 Liter Heizöl ≈ 10 kWh (Brennwert)

Mit dieser Faustformel kannst du deinen Verbrauch in kWh umrechnen und mit anderen Heizarten vergleichen.

Schritt-für-Schritt-Berechnung

  1. Anfangsbestand ermitteln: z.B. 2.000 Liter
  2. Nachkäufe addieren: z.B. 3.000 Liter
  3. Endbestand abziehen: z.B. 1.500 Liter
  4. Verbrauch berechnen: 2.000 + 3.000 - 1.500 = 3.500 Liter
  5. Kosten berechnen: 3.500 × 1,05 €/L = 3.675 €
  6. Deinen Anteil ermitteln: z.B. 30% nach Verteilerschlüssel = 1.103 €
  7. Kosten pro m² berechnen: 1.103 € ÷ 70 m² = 15,75 €/m²

In diesem Beispiel lägen die Kosten im normalen Bereich.

Beispielrechnung für eine 70m²-Wohnung

PositionWert
Anfangsbestand2.000 L
Nachkauf (Januar)3.000 L à 1,00 €
Nachkauf (September)2.000 L à 1,10 €
Endbestand1.800 L
Verbrauch gesamt5.200 L
Durchschnittspreis1,04 €/L
Gesamtkosten5.408 €
Dein Anteil (20%)1.082 €
Kosten pro m²15,46 €/m²

Zukunft der Ölheizung: Was Mieter wissen müssen

Die Ölheizung ist ein Auslaufmodell – aber was bedeutet das konkret für dich als Mieter?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024

Seit 2024 gilt: Neue Heizungen müssen mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen. Eine reine Ölheizung darf bei Neubauten nicht mehr eingebaut werden.

Für bestehende Ölheizungen gilt jedoch Bestandsschutz: Du darfst deine alte Ölheizung weiter betreiben, solange sie funktioniert. Auch Reparaturen sind erlaubt.

Wann muss der Vermieter umrüsten?

  • Bei Heizungstausch: Geht die alte Ölheizung kaputt und lässt sich nicht mehr reparieren, muss die neue Heizung die 65%-Regel erfüllen
  • Übergangsfristen: Je nach Gemeindegröße gelten Fristen bis 2026 oder 2028
  • Ausnahmen: Für ältere Eigentümer (über 80) und Härtefälle gibt es Ausnahmen

Was bedeutet das für deine Heizkosten?

Kurzfristig: Keine Änderung, du heizt weiter mit Öl.

Mittelfristig: Der CO2-Preis steigt weiter (geplant: 65 €/Tonne ab 2026), was Ölheizungen teurer macht.

Bei Umstellung: Wenn dein Vermieter auf Wärmepumpe, Gas oder Fernwärme umstellt, kann er eine Modernisierungsumlage erheben. Das erhöht deine Kaltmiete, aber senkt möglicherweise die Heizkosten.

Heizöl-Abrechnung prüfen: Deine Checkliste

Nutze diese Checkliste, um deine Öl-Abrechnung zu prüfen:

Formale Anforderungen

  • Abrechnungszeitraum korrekt (12 Monate)?
  • Frist eingehalten (12 Monate nach Abrechnungsende)?
  • Anfangs- und Endbestand angegeben?
  • Alle Nachkäufe mit Datum, Menge und Preis dokumentiert?
  • Abrechnungsmethode nachvollziehbar?

Inhaltliche Prüfung

  • Verteilerschlüssel korrekt und im Mietvertrag vereinbart?
  • Mindestens 50% nach Verbrauch abgerechnet?
  • Heiznebenkosten aufgeschlüsselt (Wartung, Schornsteinfeger)?
  • Nur umlagefähige Kosten enthalten (keine Reparaturen)?
  • CO2-Kostenaufteilung berücksichtigt?

Warnsignale

Diese Punkte sollten dich stutzig machen:

  • Großer Nachkauf kurz vor Stichtag: Kann die Abrechnung unfair belasten
  • Unklare Bestandsangaben: Ohne Anfangs- und Endbestand ist die Rechnung nicht prüfbar
  • Extreme Preissteigerung: Mehr als 30% Steigerung zum Vorjahr solltest du hinterfragen
  • Fehlende CO2-Aufteilung: Seit 2023 Pflicht – fehlt sie, zahlst du zu viel

Weitere häufige Abrechnungsfehler findest du in unserem Artikel Heizkostenabrechnung: Die 10 häufigsten Fehler.

Häufige Fragen zu Ölheizungskosten

Was kostet Heizöl pro Quadratmeter 2025?
Im Durchschnitt kosten Ölheizungen 15,07 €/m² pro Jahr laut Heizspiegel 2025. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das etwa 1.055 € im Jahr oder knapp 88 € im Monat. Günstig ist alles unter 11,50 €/m², zu hoch alles über 21,50 €/m².
Wie viel Heizöl verbraucht eine 70m²-Wohnung?
Eine durchschnittliche 70m²-Wohnung verbraucht etwa 700–1.000 Liter Heizöl pro Jahr. Das entspricht 7.000–10.000 kWh. Der genaue Verbrauch hängt von Gebäudedämmung, Heizverhalten und Lage der Wohnung ab.
Wer zahlt das Heizöl im Tank bei Auszug?
Bei Auszug wird eine Zwischenablesung gemacht. Dein Verbrauch bis zum Auszugsdatum wird berechnet, der Restbestand geht rechnerisch an den Nachmieter über. Du zahlst nur für das Öl, das du tatsächlich verbraucht hast.
Ist eine Ölheizung noch erlaubt?
Bestehende Ölheizungen dürfen weiter betrieben werden (Bestandsschutz). Neue Ölheizungen sind seit 2024 nur noch erlaubt, wenn sie mindestens 65% erneuerbare Energie nutzen – zum Beispiel in Kombination mit Solarthermie.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Heizölkauf?
Statistisch sind die Heizölpreise im Sommer (Mai bis August) am niedrigsten, weil weniger Nachfrage besteht. Im Herbst und Winter steigen die Preise oft deutlich an. Als Mieter hast du auf den Kaufzeitpunkt allerdings keinen Einfluss.
HT

HeizkostenChecker Team

Veröffentlicht am 15. Januar 2025

Themen:ÖlheizungHeizkosten pro qmHeizölAbrechnung

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